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3…2…vorbei – Ebay macht keinen Spaß mehr!

Waren das noch Zeiten. Damals, als mich ein Freund fragte: “Kennst du eigentlich schon Ebay? Da kann man alles Mögliche zu Geld machen, was zu Hause ja doch noch verstaubt.” Ich erinnere mich an ein paar schöne Geschichten: 21. Dezember 2000. Ich hatte gerade mal wieder auf dem Dachboden gewühlt und ein altes Trikot von Bayern München aus dem Jahre 1994 gefunden. Da es kurz vor Weihnachten war, stellte ich dieses als 24-Stunden Auktion bei Ebay rein. Ein paar Stunden später klingelte das Telefon und ein begeisterter Papi war am Apparat: “WOW”, sagte er, “das ist genau das was ich suche um meinem Sohn noch eine Freunde zu Weihnachten zu machen. Kann ich das Trikot persönlich bei Ihnen abholen, wenn ich die Auktion gewinne?” Natürlich habe ich zugestimmt. Er hat die Auktion dann auch gewonnen. 23 Mark. Aber viel wichtiger war mir das glückliche Gesicht, als er am 23. Dezember bei mir vor der Haustür stand und SEIN neues Trikot in Empfang nahm. Das war das Ebay von früher.

Das neue Gebot der Stunde

Dann kamen mehr und mehr die Händler mit Festpreisen auf den Marktplatz und Ebay begann seinen Reiz zu verlieren. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es keinen Spaß mehr macht seine alten Sachen zu verscherbeln, weil es sich einfach nicht mehr lohnt. Die Konkurrenz war zu groß und für einen Euro will man auch nicht alles hergeben. Eingekauft hab ich habe weiterhin bei Ebay. Doch auch das hat nachgelassen. Andere Marktplätze kamen auf und auch die Preise stiegen. Man konnte einfach keine Schnäppchen mehr machen. Es hat einfach keinen Unterschied mehr gemacht, ob ich in einem Computer-Onlineshop, bei Amazon oder bei Ebay einen Laptop kaufe. Und jetzt auch noch dies:

Bücher und DVDs müssen versandkostenfrei angeboten werden

Seit dem 18. Oktober müssen Verkäufer Ihre Bücher und DVDs versandkostenfrei anbieten. Spätestens jetzt werden auch noch die letzten Privatkäufer von der Plattform vertrieben. Einfaches Beispiel: Hugo Geizhals mistet alle 12 Monate sein Bücherregal aus und will ein paar Euro mit Artikeln verdienen, die er nicht mehr braucht. Er stellt einen Roman bei Ebay für einen Euro rein. Keiner wird darauf mehr bieten. Das ist der Normalfall. Er bekommt also einen Euro für sein Buch, muss aber 25 Cent Ebay-Provision bezahlen und Versandkosten. Die Versandkosten schwanken, übersteigen aber auf jeden Fall die 75 Cent die übrigbleiben. Die Folge: Hugo Geizhals geht wieder zum traditionellen Flohmarkt. Jetzt hätte Hugo aber die Möglichkeit sein Buch gleich für 3 Euro anzubieten. Warum tut er das nicht? Weil das 1. potentielle Käufer abschreckt und 2. -aufgepasst- die Ebayprovision in die Höhe treibt.

Von Amazon abgekupfert

Die Umsatzzahlen von Ebay sind dermaßen erschreckend zurückgegangen weil andere Shops einfach besser sind. Amazon z. B. verkauft schon lange Bücher und DVDs ohne Versandkosten. Der Unterschied ist nur, dass Amazon das Ganze freiwillig macht, weil es der Händler selbst ist. Ebay ist nur Zwischenstation zwischen Käufer und Verkäufer und will den kleinen Verkäufern jetzt solche harten Regeln aufbrummen. Amazon kann´s sich leisten – Hugo Geizhals nicht. Die Erwartung dahinter ist, dass die Umsätze steigen sollen, da die Produkte von vornherein höherpreisig eingestellt werden um die Versandkosten zu kompensieren. Ob die kleinen Verkäufer da mitmachen werden? Wir werden sehen.

Was bleibt sind die Erinnerungen

Gerne denke ich an die Zeit zurück, in der Ebay noch Spaß gemacht hat. Das waren die Anfänge vom Online-Shopping. Jeder hat seinen Dachboden durchwühlt in der Hoffnung irgendetwas zu finden, was man zu Geld machen kann. Nicht unbedingt um reich zu werden, sondern der netten Kontakte wegen. Das war auch der Anfang von Ebay. Man wollte nette Menschen kennenlernen, die das Gleiche sammeln, wie man selbst. Darin bestand der Reiz. Heute ist Ebay “nur” ein normales Kaufhaus. Keiner kann es ihnen verdenken, oder gar sauer auf sie sein. Der Erfolg macht eben die Regeln. Der Charme allerdings ging verloren…

 

10 Antworten

  1. Elmar Hantzsch

    Fuer romantisch veranlagte Nostalgiker hat eBay nun eine eigene Seite mit Kleinanzeigen online gestellt. Nachdem der Einzelhandel teilumgekrempelt und teilzerstoert wurde greift eBay damit auch den Heissen Draht und den Kleinanzeigenmarkt der lokalen Tageszeitungen an. Schade, denn durch das Verschwinden der Dachboedenfuende auf eBay wurde, zumindest theoretisch, den Flohmaerkten wieder ein wenig Hoffnung gegeben, die nun wohl voellig einpacken koennen.
    *http://www.zeit.de/digital/internet/2009-11/ebay-haendler-studie?page=1
    *http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/

  2. Bernhard

    Nichts bleibt wie es ist…
    Ich hab zwar nie viel verkauft, aber öfter mal gekauft – jetzt hab ich schon seit zwei Jahren nichtmal mehr reingeschaut.
    Aber auch das wird nicht bleiben: irgendwann wird man sich bei ebay Gedanken machen, warum die Umsätze so dramatisch eingebrochen sind…
    Manches kann dann wieder werden!

  3. Vielen Dank für die Infos. Habe auch so eine E-Mail bekommen. Habe mich schon gewundert.

  4. Soner

    danke für die auskunft, habe nach meiner paypal neuanmeldung die gleiche mail gleich 3 mal bekommen..schon krass wie schnell die emailadressen im umlauf sind

  5. Naja, so 100%ig stimmt das ja nicht, dass nur SEOs Nofollow-Links setzen. WordPress setzt standardmäßig z.B. alle ausgehenden Links auf Nofollow – egal, ob in Artikeln oder in den Kommentaren.

    Danke übrigens für den Tipp mit dem Nofollow-Links hervorheben! 😀

  6. Ja ich weiß. Leider ist das so mit WordPress. Alle ahnungslosen Blogger, die nicht wissen was NOFOLLOW ist werden hier übers Ohr gehauen.

    Ich meine hier eigentlich nur Webseiten, die von Hand gemacht wurden.

  7. Also ich entferne grundsätzlich aus jedem Blog das nofollow in Kommentaren oder schalte es nach 3 Kommentaren frei.
    Mit dieser Kaufda Aktion sehe ich zuerst das Gute: Umweltschutz! Es macht sich halt gut, dass auf meinem Blog steht, dass es "CO2 neutral" ist.
    Für mich selbst hatte ich auch einen positiven Effekt im Auge: Links sammeln durch diese Aktion.
    Hat sogar ein wenig geklappt!

    Ich habe eh kein Problem damit, wenn jemand von meiner Seite einen Link bekommt, so wie kaufda. Mir schadet es ja nicht!
    Deshalb habe ich auch das nofollow entfernt!

  8. Jan

    Die ganze Sache mit den Nofollow ist da wohl einigen aus den Rudern gelaufen, wobei man aber gerade bei Blogs auch den Entwicklern eine gewisse Teilschuld geben muss. Viele privaten Blooger wissen garnicht was nofolow bedeuten soll

  9. hi deswegen ""Zu meiner Überraschung wusste mein Gegenüber (Informatik-Student!) nicht,""" kriege ich immer einen Lachanfall wenn ich zb bei Jobabgeboten in der SEO Brache so was lese, Ausbildung zum Informatik, abgeschlossenes Studium Informatik hihi die Verantwortlichen in solchen Firmen wissen meist selbst nicht Sache ist

  10. Lieder ist es als Webmaster heut zu Tage unumgänglich ein Captcha auf seinen Webseiten zu benutzen, ansonsten wird man von Scamern und Spamern aus Senegal unter beschuss genommen.

    Etwas gutes ist auch die sogenannte Honeypot Methode. ..Grüße

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