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Domain-Check: Der Weg zum optimalen Domainnamen

Domainnamen findenGastartikel von Johannes Herold

Ob Start-up oder etabliertes Unternehmen: Wer heute nach einem Namen für eine neue Internetadresse sucht, hat es nicht leicht. Die Kombination aus einem kurzen, einprägsamen Namen und einer beliebten Domainendung wie .com oder .de ist häufig bereits vergeben. So gestaltet sich der Weg zu einem passenden Domainnamen oft unerwartet schwierig und langwierig. In diesem Gastbeitrag möchte ich Ihnen deshalb die wichtigsten Tipps und Strategien verraten, um den optimalen Domainnamen zu finden und zu registrieren.

 

Weshalb ist ein guter Name so wichtig?

Wer ein neues Internetprojekt startet, für den steht erst einmal die Geschäftsidee im Mittelpunkt. Die Annahme: Wenn die richtig gut und innovativ ist, wird das Projekt zum Erfolg. Die Namensfindung spielt in dieser Phase oft eine untergeordnete Rolle und läuft nebenher mit. Das stellt sich immer wieder als großer Anfängerfehler heraus. Denn unpassende Namen können Unternehmungen tatsächlich misslingen lassen – gerade im Internet. Schwer zu verstehende, Tippfehler-trächtige Domainnamen führen zu deutlichen Traffic-Verlusten.

 

Was macht einen guten Domainnamen aus?

Welchen Namen können Sie sich auf Anhieb merken und fehlerfrei in die Browser-Adressleiste eingeben? Können Sie sich mit Ihrem Wunschnamen problemlos am Telefon melden? Macht der Name sofort klar, um was es geht?

 

Je einfacher, kürzer und eindeutiger, desto besser ist ein Domainname.

Seien Sie vorsichtig mit schwierigen Fremdwörter oder Kombinationen aus zwei verschiedenen Sprachen à la cappuccino-boutique.de. Hier lauern gleich mehrere potenzielle Tippfehler und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Nutzer eher auf den Seiten Ihrer Konkurrenten landen werden.

Problematisch sind auch alle Namen, die gleich mehrere Bindestriche haben wie bücher-gebraucht-günstig-kaufen.de. Das wirkt erstens unprofessionell und wird zweitens von Suchmaschinen oft schwächer bewertet. Als Faustregel gilt: Nicht mehr als zwei Wörter in einer Internetadresse.

Nehmen Sie sich Zeit für Testläufe – fragen Sie Freunde, Bekannte oder Kollegen, wie Ihre Idee ankommt und vor allem wie verständlich sie ist.

 

Kreativität mit Plan: Domainnamen finden

Der Startpunkt ist – wie sonst im Wirtschaftsleben auch – die ausführliche Konkurrenzbeobachtung: Welche Namen gibt es schon? Welche funktionieren? Und warum?

Anschließend geht in die Kreativ-Phase:  Spielen Sie mit Ihren Wunschnamen. Stellen Sie zum Beispiel das Wortende an den Anfang. Gibt es eine einprägsame, klar verständliche Abkürzung?

Wie lautet die favorisierte Adresse übersetzt ins Englische, Spanische oder Japanische? Zugegeben, gerade haben wir noch von Fremdwörtern abgeraten. Doch gerade im Japanischen gibt es sehr viele kurze und klare Bezeichnungen, die uns schnell ins Ohr gehen. Sprich: Kaum eine Regel ohne Ausnahme…

Ganz wichtig: Beschäftigen Sie sich mit den wichtigsten Schlüsselwörtern zu Ihrem Projekt. In der Regel geht es bei einer Webseite ja vor allem darum, Kunden zu generieren. Aus SEO-Sicht ist es deshalb entsprechend wichtig zu wissen, welcher Suchbegriff (Keyword) für Ihr Geschäft entscheidend ist.

Ein ganz praktisches Beispiel: Für den Betreiber einer Autowerkstatt wäre kfz-werkstatt.de ein guter Domainname. Eine gute Alternative ist auch auto-reparieren.de – also nicht direkt das Keyword, sondern eine passende Umschreibung mit Suchbegriffen, die mögliche Kunden bei Google nutzen könnten. Führen Sie deshalb unbedingt eine umfassende Keyword-Recherche durch, um die wichtigsten Suchbegriffe für Ihr Vorhaben zu finden.

Betreiben Sie ein lokales Geschäft, ist es sinnvoll den Standort in den Domainnamen miteinzubinden. Bleiben wir bei unserem Beispiel einer KfZ-Werkstatt, könnte etwa die Internetadresse autoreparatur-lübeck.de entstehen. Wichtig ist hier eine Kombination mit Google-Places. Gut zu wissen: Um hier in den Suchergebnissen gelistet zu werden, ist eine Anmeldung und eine Verifizierung erforderlich.

Ein weiterer Weg zu einem Domainnamen führt sozusagen über den Secondhand-Laden: Auf Domain-Marktplätzen wie Sedo oder Afternic können Sie anderen bereits registrierte Domains abkaufen. Unter Umständen finden Sie hier Ihre Wunschkombination aus Namensfavoriten und passender Endung. Vielleicht fällt Ihre Wahl aber auch auf eine ganz neue Alternative, an die Sie vorher noch nicht gedacht hatten.

Neben den Marketplaces existieren auch noch sogenannte Dropmarkets. Auf Seiten wie namejet finden Sie Domains, deren bisherige Inhaber die Registrierung nicht verlängert haben. Ein regelmäßiger Blick auf die entsprechenden Seiten lohnt sich, da zurückgegebene Domains gut eingeführte Domains sein können – dadurch starten Sie von Anfang an mit einem höhere Traffic.

 

Welche Rolle spielt die Domainendung?

Einfache Antwort: Die Domainendung muss zum Projekt passen und sollte besonders bei Unternehmen und Shops den Nutzern Seriosität demonstrieren. Sprechen Sie eine lokal begrenzte Zielgruppe an, ist eine länderspezifische Domainendung oder Top Level Domain (ccTLD) Ihre erste Wahl – also beispielsweise .de, .at oder .ch.

Ansonsten sind .com- und .net-Domains erste Wahl, alternativ auch .org und .eu. Tatsache ist, dass diese am weitesten verbreiteten Domainendungen das höchste Vertrauen genießen und von den Nutzern eher geklickt werden als weniger bekannte Endungen. Eine bekannte Domainendung ist damit ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

 

Ist meine Wunschdomain wirklich noch frei?

Ein häufiger Fehler: Auf der Suche nach einem Domainnamen wird einfach die Wunschadresse in den Browser eingegeben und abgewartet, ob sich eine Seite öffnet oder nicht – das reicht nicht  für einen seriösen Domaincheck. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie auf professionelle Instrumente setzen. Zum Beispiel bietet Checkdomain einen kostenlosen Domain-Check an – in Echtzeit, mit aktuell mehr als 200 verschiedene Domainendungen.

Außerdem sollten Sie die rechtlichen Aspekte einer Domainregistrierung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch wenn es heißt, sich von einer guten Idee verabschieden zu müssen – nehmen Sie Abstand von Domainnamen, die die Rechte dritter verletzten können. Ansonsten drohen schnell Abmahngebühren oder Auseinandersetzungen vor Gericht.

Leider gibt es keine zentrale Anlaufstelle, in der alle Namens- und Kennzeichnungsrechte zu finden sind. Genügend Budget vorausgesetzt, können Sie die Recherche einem spezialisierten Anwalt überlassen. Ansonsten müssen Sie sich selber Schritt für Schritt vorarbeiten:

Nutzen Sie verschiedene Suchmaschinen, um weltweite Ergebnisse für Ihren Wunschnamen zu erhalten. Finden sich unter den Ergebnissen Unternehmen oder Prominente, die ein Vorrecht auf einen entsprechenden Domainnamen haben könnten?

Analysieren Sie auf jeden Fall das Handelsregister – gibt es Unternehmen mit dem gleichen bzw. einem ähnlichen Namen?

Für Marken gibt es eigene Markenregister. Nationale Marken in Deutschland können einfach über ein entsprechendes Verzeichnis beim Deutschen Patent- und Markenamt abgefragt werden.

 

Fazit

Die Suche nach einem passenden Domainnamen ist keine einfache Aufgabe, die mal so nebenbei gelöst werden kann. Wichtig ist, sich dafür Zeit zu nehmen und einen Plan zu haben, um keine wichtigen Aspekte zu vernachlässigen – angefangen bei der Auffindbarkeit durch Suchmaschinen bis hin zu rechtlichen Fragen. Letztendlich sind die Zeit und die Arbeit, die Sie für die Namenssuche brauchen, eine gute Investition, die sich mit mehr Traffic und einem positiven Feedback auszahlt.

 

Über den Autor

Johannes HeroldJohannes Herold machte mit 16 seine ersten Schritte im IT-Business, als Initiatior von Chatworld, einem bis heute von vielen Anbietern genutzten Community-System. Im Jahr 2000 ging er mit checkdomain.de online, um Internetnutzern die Domain-Suche und –Registrierung  leichter zu machen. 2001 startete er mit visium Medien seine eigene Internetagentur und gewann im Jahr darauf den Gründerwettbewerb NewMedia Lübeck. Seit 2006 konzentriert er sich als CEO ganz auf Checkdomain, mittlerweile einer der führenden Dienstleister im Domain- und Webhosting-Bereich.

 

13 Antworten

  1. Hallo,
    Ich bin selbst Webseitenbetreiber und kann diese Ausführungen nur bestätigen. Am Anfang hatte ich mir auch wenig Gedanken zum Domainnamen gemacht und dadurch vieles wieder verwerfen müssen. Generell sollte man sich vor jedem Internetauftritt mehr Gedanken machen und genau recherchieren. Die Zeit, die man hier braucht, spart man an anderer Stelle (z.B. Trafficaufbau) doppelt.

    Gruß Sven

  2. Ich habe auch einige Webprojekte und weiß daher, dass es nicht immer einfach ist, eine gute Domain zu finden. Hier investiere ich auch immer viel Zeit, denn die Domain ist sehr wichtig. Zum Einen ist es gut wenn das Keyword in der Domain steckt, zum anderen sollten sich die User auch die Domain gut einprägen können, ansonsten bleiben die direkten Besucher aus.

  3. Ich glaube ich habe mir meinen Domainnamen ziemlich unüberlegt geholt. Wenn ich da lese, worauf man alles achten muss, dann habe ich ziemlich viel falsch gemacht.

  4. Die SEO-Relevanz bei Domainnamen ist oft unterschätzt. Allein durch eine gute und passende Domain und Seitentiteln kam ich bei entsprechenden Keywords schon recht weit hoch. Und das bei moderatem Content und (noch) kaum Backlinks.

  5. Na dann habe ich ja eine super Domain. 3stellig, fast optimal.

  6. @ Harald Das sind Fehler, die jeder am Anfang macht, kannste mir glauben, auch die ganz großen „SEO-Künstler“ haben zu Beginn nicht auf den optimalen Domainnamen geachtet! 😉

  7. Ein Tipp von mir: Wenn man sich mal richtig schwer tut, einen noch freien Domainnamen zu finden, einfach mal fakenamegenerator Googeln. Ist (wie der Name schon sagt) ein Namengenerator. Der Generiert aber auch noch freie Domainnamen. Einfach inspirieren lassen.

  8. Hallo Johannes,

    toller Artikel, eines hast Du allerdings vergessen zu erwähnen: Es gibt durchaus die Möglichkeit auch eine Namensneuschöpfung als Domain gut zu platzieren – irgendeiner war ja auch mal so schlau und hat nicht „gebrauchte-Artikel.xx“ registrieren lassen sondern „ebay.xxx“ ich denke dieses Beispiel sagt alles – ein einfaches Wort kann manchmal viel mehr effekt als Domain erzielen wie irgendwelche langen Bindestrich Domains. 😉

  9. Andy

    Vielen Dank, für den Beitrag. Keyword Domains sind schon etwas tolles. Aber ich habe in letzter Zeit sehr stark das Gefühl, dass sie seitens Google bisschen an Bedeutung verlieren. Wie sind denn eure Erfahrungen diesbezüglich?

  10. Hallo,
    ein wirklich sehr schöner Gastartikel. Ich habe mich zurzeit mit diesem Thema befasst, da ich neue Projekte geplant habe. Diese kurze Übersicht über alles Wichtige zum Thema Domainname ist sehr gut gelungen.
    Danke dafür!

    Liebe Grüße

  11. Kann diesem Beitrag nur zustimmen, tolle Arbeit!

  12. Der Hinweis auf den rechtlichen Aspekt finde ich sehr wichtig, aber ein Laie kann gar nicht beurteilen was eine Namensähnlichkeit ist – der Übergang zur Rechtsverletzung ist fließend, deshalb würde ich auf keinen Fall selbst beim Deutschen Marken- und Patentamt recherchieren. Mit einem spezialisierten Anwalt ist man auf der sicheren Seite.

    Gruß Mario

  13. Es lohnt wenn man sich zu Beginn mit diesem Thema auseinandersetzt. Durch ein wenig Brainstorming kommt man schnell mal zu einem für sich optimalen Domainnamen. Natürlich findet man selten einen Top Domain der noch frei ist aber mit ein bisschen nachdenken kommt da was gutes zusammen. Du hast die wichtigen Kriterien wirklich gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.

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