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Wer verdient im Online-Marketing am digitalen Ich?

Google Umsatz pro UserDatensammeln im Online-Marketing

Gerade habe ich eine tolle Studie im (Print-) Magazin Chip gelesen. Man hört ja so oft in letzter Zeit von der Datensammelwut großer Onlinekonzerne wie Google und Facebook. Diese Unternehmen sammeln Daten von ihren Kunden um sie dann in bestimmte Werbekategorien einzuordnen. Bekannt als Data-Mining.

 

Konzept Data-Mining über 40 Jahre alt

Die Angst hinter diesem Konzept besteht darin, dass wir alle zum gläsernen Bürger werden könnten. Online-Marketing Unternehmen und Agenturen werten unsere Daten aus und belästigen uns dann rund um die Uhr mit Werbung. Doch so neu ist das alles gar nicht. Auch normale Apotheker haben schon vor über 40 Jahren Studien über ihre Kunden durchgeführt um z. B. herauszufinden zu welcher Jahreszeit Anti-Pollenmittel besonders nachgefragt werden. Im Endeffekt dient Data-Mining also der Geschäftsoptimierung. Mit den heutigen technologischen Möglichkeiten geht Data-Mining natürlich noch viel weiter. Es ist eines der mächtigsten Online-Marketing Werkzeuge und wird entsprechend eingesetzt.

 

Wer verdient wie viel am digitalen Ich?

Online-Marketing Umsatz Digitales Ich

 Quelle: eigene Grafik angelehnt an Chip 01/2012

 

Data-Mining. Und dann?

Egal was wir machen, wir hinterlassen digitale Spuren. Ob wir an der Tankstelle mit Kreditkarte bezahlen oder per Skype unsere Familie anrufen. Bei gewissen Werbeeinblendungen im Internet wundert man sich schon, woher „die“ denn diese Informationen haben. Viele User fühlen sich verfolgt und haben Angst. Das wird durch die Main-Stream Medien auch noch bestätigt. Denn dort laufen häufig Reportagen über die böse Google-Datenkrake. Doch das, was Google macht, macht eigentlich jeder Webseitenbetreiber im kleinen genauso. Er analysiert das Nutzerverhalten um seine Inhalte zu optimieren. Muss man deshalb Angst haben, dass irgendwann irgendwer vor der Haustür steht und einem die eigene Webhistorie vorhält?

 

Nein!

Es geht Google, Facebook & Co. überhaupt nicht darum den einzelnen Nutzer zu identifizieren. Printwerbung per Postwurfsendung ist sowieso viel zu teuer. Es geht im Prinzip nur darum Gruppen und Kategorien zu bilden, nach welchen dann zielgruppenspezifisch Werbung geschaltet wird. Auf diese Weise finanzieren sich viele kostenlose Angebote (Ja, auch Facebook und Google sind kostenlos!). Es würde einem Unternehmen nichts bringt, wenn es sein Online-Marketing Budget auf einem Fußball-Blog für Werbeanzeigen mit Damenunterwäsche ausgeben würde. Jeder Werbetreibende muss sich ständig überlegen, wie er sein begrenztes Budget so effizient wie möglich einsetzen kann. Dafür dient Data-Mining.

 

Online-Marketing heißt Nutzer kennenlernen

Wenn es clever angestellt wird, dann kann sich der Nutzer durch gezielte Werbeeinblendungen sogar wohler fühlen. Getreu dem Motte: „Hey, die wissen, was ich will!“. Es muss eben alles immer mit Augenmaß geschehen. Wenn die Werbung zu penetrant wird, oder das Data-Mining nicht funktioniert, dann werden User ganz schnell nervös und verlassen die Webseite. Der Trick im Online-Marketing ist, dass man es nicht übertreiben darf mit der Werbung. Über zielgruppenspezifische Werbung kann also von Unternehmerseite effizient Umsatz generiert werden. Der Vorteil auf der Anbieterseite liegt darin, dass nur die Werbung gezeigt wird, die den User auch wirklich interessieren könnte.

 

Wer verdient denn nun am digitalen Ich?

Um auf die Kernfrage dieses Artikels zurückzukommen: Im Endeffekt verdienen wir alle daran. Google und Facebook verbessern stetig ihre Services und wir dürfen sie weiterhin kostenlos nutzen. Die Suchmaschine ist heutzutage für uns alle der Ausgangspunkt jeder Recherche geworden. Problematisch wird die ganze Geschichte mit dem Data-Mining bloß, wenn gängige Datenschutzrichtlinien nicht eingehalten werden und Daten missbräuchlich verkauft werden und gerade Facebook macht es Drittanbietern sehr leicht an unsere Daten zu gelangen. Es gibt also noch viel zu tun…

 

6 Antworten

  1. Das einteilen in Gruppen, welches du ansprichst, nennt man Clustering und ist Teil von lernenden Algorithmen, welche mitlerweile, wie du ja bereits gesagt hast, überall im Internet zum Einsatz kommen. Jedoch verfügen nur wenige Menschen weltweit über das nötige Know-How diese gescheit zu programmieren. Doch ich bin mir sicher, dass die Zukunft genau in diesen Bereichen liegt.
    Siri ist z.B. auch nichts anderes als ein riesiger lernender Algorithmus.
    Der einzelne Nutzer ist nur Mittel zum Zweck und die tatsächliche Identität steht definitiv nicht im Fokus des Unternehmens.

  2. Der einzelne Nutzer mag nicht im Fokus der eigentlichen Unternehmens, die diese Daten in diesen Massen sammeln, stehen, aber das ändert ja nichts daran, dass sich kriminellere Elemente Zugriff auf diese Daten verschaffen können. Absolute Sicherheit im IT-Bereich ist eine Utopie, auch Daten, die sich bei Google oder Facebook befinden, können gestohlen werden.

  3. Ein freundliches Halli Hallo,

    ein interessanter Beitrag – aber doch eigentlich nicht verwunderlich. Die Rechtmäßigkeit der ganzen Geschichte sei mal dahingestellt. Wie Du schon sagst, wir hinterlassen alle unsere Spuren im Internet. Und dass die großen Konzerne wie Facebook und Google Kapital schlagen, ist ja auch logisch und verständlich. Für Werbetreibende ist es ja auch gut zu wissen, dass die teuer bezahlten Werbeanzeigen bei der richtigen Zielgruppe ankommen. Aus Unternehmersicht also eigentlich eine vernünftige Geschichte. Wenn man persönlich betroffen ist und von Spam etc. zugemüllt wird, sieht man das natürlich wieder ganz anders.

    MFG Bert

  4. Schöner Beitrag! Es ist schon interessant zu sehen, dass Google aus einem Nutzer fast das 3fache rausholt als es Facebook tut. Ich denke jedoch das wird sich spätetens nach dem Facebook Börsengang ändern, ab da wird es genug Leute geben die Druck machen werden dass man mit den Einnahmen näher an Google kommt wenn nicht sogar daran vorbeizieht.

    Hier noch ein Link von einem Beitrag den ich letztes Jahr erstellt habe, passt ganz gut zum Thema „Wer verdient im Online-Marketing“: Was verdienen deutsche Blogs pro Monat (http://www.seitenbetreiber.de/2010/11/was-verdienen-deutsche-blogs-pro-monat-hier-eine-liste-mit-aktuellen-einnahmen/)

  5. Finde ich absolut hart. Hätte ich nicht gedacht, dass Google soviel pro User verdient! Global betrachtet ist das ein Vermögen! Unsereiner mit einer Mini-Hompage kann gerade mal so wenn überhaupt die Serverkosten decken. Nun ja ist jetzt nicht unbedingt der beste Vergleich.^^

  6. […] Echte, harte Daten (aktuelle Adressen, Käufe und Kaufabsichten) sind also bares Geld wert. Wieviel durch Online-Marketing verdient wird, kannst Du hier nachlesen. […]

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