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Adwords: Auf eigenen Firmennamen bieten –
Eine schlechte Online-Marketing-Strategie?

Adwords-Anzeigen kosten Geld! Die organischen Ergebnisse sind kostenlos. So weit so gut. Dann fragt man sich doch warum viele Unternehmen trotzdem sogenannte Brand-Kampagnen starten, obwohl sie doch mir ihrem Firmennamen sowieso schon auf Platz 1 bei Google stehen. Das ist eine berechtigte Frage. Manchmal sind diese Kampagnen rausgeschmissenes Geld, manchmal können sie aber auch wertvolle Kunden retten, die sonst zur Konkurrenz gegangen wären.

Ebay Adwords Strategie

Obiges Beispiel zeigt, dass Ebay auf seinen eigenen Firmennamen bietet, obwohl es zu dem Keyword Ebay sowieso schon auf Platz 1 steht. Zusätzlich beschert die organische Suche auch noch jede Menge Sitelinks.

 

Sinnvolle Online-Marketing-Strategie?

Nun ist die Frage ob das Platzieren dieser Adwords-Anzeigen oberhalb des eigenen Firmennamens eine sinnvolle Online-Marketing-Strategie ist. Potentielle Besucher suchen schon gezielt nach diesem Unternehmen. Da Besucher tendenziell öfter die erste Anzeige anklicken als die Zweite, kostet dieses Vorgehen den Betreibern von Ebay eine Menge Geld. Warum ist es den Online-Marketing-Bossen offenbar viel Geld wert, diese Mehrausgaben zu riskieren, anstatt einfach den kostenlosen organischen Traffic mitzunehmen? Die Daseinberechtigung einer Adwords-Kampagne lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Seriöses Image gewinnen. Jemand der Geld für seine Kampagnen ausgibt, der bekommt grundsätzlich ein paar Seriösitätspunkte von den Kunden.
  • Günstige Klickpreise. Der eigene Firmenname ist in der Regel ziemlich günstig zu buchen. Die CPC-Preise sind ziemlich weit unten, da kaum einer mitbietet.
  • Über den Dingen stehen. Als Firmeninhaber wird man normalerweise von Google bevorzugt behandelt, wenn man sich in sein eigenes Keyword einbucht.
  • Gefahr des Brand-Biddings vermeiden. Andere Firmen, die die eigene Bekanntheit ausnutzen wollen, werden leicht überboten.

 

Trotzdem zweimal nachdenken

Im Prinzip ist es eine sinnvolle Online-Marketing-Strategie, wenn man Adwords für seinen eigenen Namen bucht. Jedoch kann es auch in manchen Fällen schädlich sein. Nämlich dann, wenn kein anderer Mitbewerber weit und breit mitbietet und man sowieso die ersten drei Positionen inklusive Sitelinks in den organischen Ergebnissen belegt. Eigenen Tests zufolge klicken die Besucher nämlich auch dann trotzdem auf die Adwords-Anzeige, weil ihnen das Bewusstsein dafür fehlt, dass dieser Klick Geld kostet. Kann dem Besucher ja auch egal sein. :-)

 

Vorsicht auch bei schwacher Konkurrenz

Aber auch wenn ein oder zwei Mitbewerber mitspielen, sollte man es sich genau überlegen, ob man seinen Firmennamen bucht. Hierbei kommt es dann darauf an, ob die Mitbewerber starke Konkurrenten sind oder nicht. Wenn die Anzeigen den eigenen Umsatz senken können, da potentielle Käufer zur Konkurrenz gehen, dann sollte man den Firmennamen buchen. Wenn es nur ganz schwache Möchtegern-Konkurrenz ist, dann ist es in der Regel egal, ob noch jemand über einem steht. Die Kunst ist dabei, dass man sich in die Lage des Suchenden versetzen muss:

Wenn jemand „Media Markt“ sucht, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass er auf Elektro-Müller aus Klein-Piepersdorf klickt?

Die Antwort auf die Frage, sollte am Besten jedes Unternehmen für sich selber klären, da sie hier nicht differenziert und allgemeingültig beantwortet werden kann. Eine Möglichkeit könnte sein, dass der Suchende sich zu Fuß zu Elektro-Müller aus Klein-Piepersdorf begibt, da er selber auch dort wohnt. Die andere Möglichkeit ist, dass der User blindlings auf die organische Media-Markt Anzeige klickt, da er danach ja schließlich auch gesucht hat.

 

Fazit

Generell ist es sinnvoll seinen eigenen Firmennamen zu buchen, jedoch muss jeder Fall für sich betrachtet werden. Es gibt Fälle, da bringt diese Online-Marketing-Strategie mehr Schaden als Nutzen.

 

7 Antworten

  1. Ob man seinen eigenen Namen mit einer Adwords-Kampagne bewerben soll oder nicht, daran scheiden sich tatsächlich die Geister. Ich würde sagen so lange man bei seinem eigenem Namen in den natürlichen Suchergebnissen den ersten Platz hat und kein Mitbewerber durch Adwords eingeblendet sind, kann man sich das Geld auch sparen. Sollten allerdings Anzeigen geschaltet sein, muss man Präsenz zeigen. Platzhirsche wie Ebay haben ja ohnehin ein bißchen Budget und können sich das natürlich auch gut erlauben 😉

  2. lara

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich auch schon mal eine Adwords Kampagne auf den Namen der Konkurrenz aufgebaut habe. Dazu muss ich allerdings sagen, dass solch eine Kampagne auch schnell verraucht, da die Kunden dann auf der Seite nicht das finden wonach sie gesucht haben.

  3. Hallo Max!
    Das ist einfache Geldverschwendung. Nach dem ich deinen Beitrag gelesen habe, wollte ich grad wissen, was so ein Keyword kostet. Ergebnis: ungefähr 35 Cent, geschätzte tägliche Klicks 54532, und geschätzte tägliche Kosten 19,000€.

    Ist ja Wahnsinn!!

    Viele Grüße

  4. Interessanter Beitrag! Leider widersprichst du dir selbst in einigen Punkten, insbesondere was die Klickpreise/Kosten angeht.
    … von Google wird man beim eigenen Brandbidding nur in Form eines guten Qualitätsfaktors bevorzugt, der den ganzen Account aufwertet.
    Nach meiner mehrjährigen Agenturerfahrung als SEM-Manager, bin ich überzeugt, dass eigenes Brandbidding essentiel ist, insbesondere wenn man mehrere Online Marketing Kampagnen fährt, wie Affiliate Marketing ua.

  5. Zwar schon älterer Beitrag aber besser später als nie. Ich stimme zu, dass man von Fall zu Fall abwägen muss. Grundsätzlich ist es für das Branding wichtig auf die eigene Marke zu bieten. Vor allem wenn man bereits als Marke anerkannt ist. Die paar Euro pro Tag lohnen sich allemal. Außerdem kann man damit auch viele „Rechtschreibfehler“ abfangen :)

  6. Schöne Pro Liste aber der Betriebswirt denkt da anders. Wie kann ich das Budget alternativ einsetzen. Für den eigenen Firmennamen AdWords mag eine nette Idee sein, aber sinnvoller ist das Budget gleich für ein Produkt mit Landing Page zu verwenden.

  7. Wir buchen unseren Brand „Polar-Kreuzfahrten“, weil immer wieder Mitbewerber die gute Idee haben, über unseren Top 1-Platzierungen zu annoncieren.

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