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Besucherzähler – Der Albtraum des unbedarften Webmasters

Kennt ihr sie noch? Diese kleinen tollen Dinger aus den Neunzigern, die man gratis in seine Webseite einbauen kann? Sie haben ein tolles Design – mal im Retrolook, mal als Digitalzähler. Damit konnte man seinen Freunden noch zeigen wie viele Besucher man auf seiner privaten Homepage hat, auf welcher man die Fotos vom Wochenende hochgeladen hat. Gut. Dafür gibt es heutzutage Facebook oder andere Netzwerke.

Die meisten Webseiten sind heutzutage kommerziell ausgelegt und haben dementsprechend auch Konkurrenten. Das Wichtigste im Business ist es Informationen zu haben und vor der Konkurrenz zu hüten. Informationen – So wie die eigenen Besucherzahlen. Neulich durfte ich für einen Kunden eine Konkurrenzanalyse machen. Bei dem begehrten Suchwort handelt es sich um eine Drei-Wort-Kombi, die immerhin 165.000 monatliche Suchen bei Google hat. Ich habe also erst einmal mit einer Standardprozedur begonnen und mir die ersten 10 Google-Treffer für dieses Keyword angeschaut. Ich traute meinen Augen kaum:

Nummer 2, Nummer 6 und Nummer 10 haben schön dick und fett ihre Besucherzähler installiert. Wie damals in den Neunzigern! Einfacher konnte man mir es also kaum noch machen. Bevor ich also mit den üblichen Keyword- und Linkanalysen begann, konnte ich also ein schönes Besucherprofil erstellen von der Konkurrenz. Nach einem 24-Stunden-Test habe ich dann hochgerechnet, dass Kandidat Nummer 2 rund 20.000 Besucher im Monat haben müsste und Kandidat Nummer 6 ungefähr 6.000. Herrlich! Dadurch konnte ich auch wunderschöne Hochrechnungen auf die anderen Positionen durchführen und kann dem Kunden letztendlich ein wunderschönes Ergebnis präsentieren, ob sich die SEO-Investition lohnt, oder nicht.

Warum geben Webseitenbetreiber immer noch solche Informationen heraus? Aus Unbedarftheit? Weil sie vielleicht gar nicht wissen was SEO ist, geschweige denn wie man es anwendet? Viele Webmaster haben leider immer noch nicht begriffen, dass eine Position rauf oder runter bei Google den Umsatz mitunter verdoppeln oder halbieren kann. Durch die Preisgabe von solchen Infos, kann man also ganz leicht aus dem Business geschossen werden – ohne, dass man weiß warum!

Also hier noch einmal mein eindringlicher Appell an alle seriösen Geschäftsleute, die sich im Web rumtreiben: Lasst Besucherzähler und andere Spielsachen einfach weg. Zeigt der Konkurrenz nicht eure Umsätze. Denn genau das tut ihr wenn ihr verratet, wie viele Besucher hier habt.

 

Ein Antwort

  1. Bertha

    Ich denke nicht, dass es Absicht ist sondern einfach Unwissenheit. Viele interessieren sich einfach zu wenig SEO…

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