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Online Wörterbuch PONS und penetrante Sound-Werbung

Marketing Selbstmord durch übertriebene Werbung

„Haaaatschi!!!!!“, dröhnte es heute Morgen aus meinen Lautsprechern. Ich bin vor Schreck zusammengezuckt, da ich meine Lautsprecher wegen des gestrigen Silvesterabends noch ein bisschen lauter hatte als normal.

Ich musste ein bisschen suchen, bis ich die Ursache dieses Lärms entdeckt hatte: Ein neuer Werbebanner für eine Kopfschmerztablette eines bekannten Pharmakonzerns auf der Webseite meines Lieblingsonlinewörterbuches. Zum Glück haben die Macher des Banners auch gleich eines „Ton-aus Button“ integriert. Lustigerweise funktioniert der aber nicht. So hallte nun alle 5 Sekunden immer das Gleiche Hatschi aus meinen Boxen. Unglaublich!

Service durch Werbung finanziert

Welcher kluge Online-Marketingmanager hat sich das wohl ausgedacht? Klar, es ist bekannt, dass PONS dem Duden den Krieg angesagt hat und deshalb alle seine Services gratis zur Verfügung stellt. Deshalb kann ich auch sehr gut damit leben, dass überall auf der Webseite blinkende Banner vom Wesentlichen ablenken. PONS muss ja schließlich auch Geld verdienen. Obendrein ist die Qualität dieses kostenlosen Online-Wörterbuches sehr hoch. Aber das geht zu weit!

Sound in Werbebannern?!?

Sound in Webseiten war in den Anfängen des WWW mal für kurze Zeit „in“, da jeder Webdesigner zeigen konnte, was er wirklich drauf hat. Aber spätestens seit dem Aufkommen des Web 2.0 ist es ein absolutes No-Go Sound in Webseiten zu integrieren, dass es die Besucher einfach nur stört. Wer findet es denn wirklich noch innovativ, wenn beim Öffnen einer Webseite eine schöne Hintergrundmelodie vor sich hin dudelt? Der Durchschnittsinternetbesucher klickt heutzutage innerhalb weniger Sekunden diese Webseite weg und geht zur Konkurrenz.

PONS ist nicht konkurrenzlos

Jetzt mag man vielleicht sagen, dass PONS ja schon einen recht guten Service bietet, und deshalb sich solche Fehler erlauben kann, da die Besucher so oder so auf die Webseite kommen. Aber ist das wirklich so? Nein. Denn auch Leo.org bietet zumindest im englischen Bereich ein sehr gutes kostenloses Online-Wörterbuch an. In einigen Aspekten ist es sogar besser. Meine intuitive Reaktion heute Morgen war, dass ich die PONS-Webseite geschlossen habe und die LEO.org Webseite geöffnet habe. Das kann unmöglich von den Marketingmanagern von PONS gewollt sein. Das Ziel einer Webseite muss ja schließlich sein, Besucher so lange wie möglich an die Seite zu „fesseln“.

Online-Marketing Grundsatz: Intuitives Verhalten im Web beachten!

Ich werde natürlich nicht sofort dauerhaft wechseln, da ich bei Übersetzungen sowieso immer mehrere Versionen überprüfe, aber es kann durchaus möglich sein, dass ich, ohne dass es mir bewusst ist, mehr auf LEO.org zurückgreife, als auf PONS. Wenn ich vorher vielleicht PONS und LEO.org im Verhältnis 70:30 genutzt habe, dann kann es sich jetzt vielleicht zu 60:40 oder noch schlimmer ändern. Für mich persönlich sind das so kleine Änderungen, dass ich sie nicht wahrnehme, aber für PONS könnte dies bedeuten, dass sie im Durchschnitt 10% weniger Besucher haben. Das sind dann auch dementsprechend weniger Werbeeinnahmen, die sie durch höhere Werbepreise wieder kompensieren müssen. Alles in Allem kann es gut möglich sein, dass sich PONS hier ein gewaltiges Eigentor schießt, da es in den letzten Monaten immer schlimmer geworden ist mit der Werbung und die Nutzer das merken und mit Wegbleiben abstrafen.

Fall ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, dann schreibt sie hier doch nieder… :-)

 

8 Antworten

  1. Daniel

    Ich hab das gerade auch gesehen. Vieleicht war es ja einfach nur ein Neujahrsscherz. Ich hätte gestern gut eine Kopfschmerztablette gebrauchen können. 😀

    Hast aber Recht. Der Sound nervt wirklich!

  2. Helga R.

    So schlimme finde ich das gar nicht. Klar, das nervt schon ein bisschen, aber man kann ja den Ton ausschalten, oder?

  3. Sascha Hein

    Na prima! Und dann die ganze Zeit mit Ton aus weitermachen? Das ist doch blöd. Ich finde die von Pons sollten das wieder wegmachen.

  4. Anne Pelzer

    Lieber Max Adler,
    die Sound-Werbung für Kopfschmerztabletten auf http://www.pons.eu ist deaktiviert, danke für das Feedback…
    Viele Grüße
    Anne Pelzer

  5. Sieht so aus, als wäre es ganz gut, daß ich mich NICHT bemüht habe… 😀

  6. Anonymous

    Du hast wohl noch Linguee.de nicht entdeckt. Hier ist auch relativ wenig Werbung, aber vor allem ist deren Datenbank viel viel größer und beinhaltet ohne Ende komplette Sätze. Ich nutze es nur noch. Pons ist wegen nervenden Werbebannern bei mir out.

  7. Danke für den Tipp. Da ich aber in Spanien wohne, brauche ich die Funktion "Deutsch-Spanisch" ständig. Linguee.de hat diese Funktion leider noch nicht… Aber für englisch taugt es was.

  8. Hallo lieber Redakteur, wir bauen gerade unter http://www.langua.de eine werbefreie Alternative auf :)

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