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Verdacht: Britisches Bewerbersystem für Universitäten verkauft Email-Adressen seiner Studenten!

UCAS in Großbritannien = ZVS in Deutschland

Die Vergabe von Studienplätzen in Großbritannien funktioniert in etwa so, wie die in Deutschland. Das Äquivalent zum ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) in UK ist UCAS. Studieninteressierte müssen sich hier bewerben, ihre gewünschte Studienrichtung angeben, ihre bevorzugten Universitäten wählen und ein Bewerberschreiben verfassen um das Ganze abzurunden. Alles in allem ein faires und sinnvolles System. – Denkt man.

Rückt nicht eure wichtigste Email-Adresse raus!

Auch ich habe mich dort angemeldet, um einen der heißbegehrten Studienplätze an einer englischen Universität zu ergattern. Um meine Bewerbung seriös zu gestalten habe ich natürlich nicht eine meiner Spam-Email-Accounts angegeben, sondern meinen Hauptaccount, den eigentlich kaum einer kennt. Welche Eigenschaften haben Email-Adressen, die keiner kennt? – Richtig. Man bekommt keine Spam-Emails. Da ich in meiner beinahe törichten Naivität davon ausging, dass eine Bildungsinstitution schon nichts Böses mit der Addy anstellt und ich somit volles Vertrauen habe, habe ich die Email bereitwillig rausgerückt. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellte.

Die Unternehmen klopften massenweise bei mir an.

Ungefähr eine Woche nach meiner Anmeldung habe ich eine Email bekommen wo ich sage und schreibe 10.000 Pfund gewinnen kann. Ich muss nur ein Formular ausfüllen und wieder zurücksenden. WOW!!! Diesen Jungfräulichen Account kennen noch nicht einmal meine besten Freunde. Merkwürdiger Weise war die Email auf Englisch und keiner, also wirklich KEINER aus einem englischsprachigen Land konnte die Adresse besitzen. Außer??? Ja, natürlich! UCAS! Ich dachte natürlich sofort an das englische ZVS. Zuerst dachte ich an einen Zufall und habe die Mail nicht weiter beachtet.

Große Banken wollten mich als Kunden!

Ein paar Tage später habe ich jedoch eine weitere Email erhalten, die meinen Verdacht erhärtete: Eine große englische Bank schrieb mich an und fragte mich höflichst, ob ich nicht ein Konto eröffnen wolle. Der Clou: Die wussten, dass ich Student bin, aus dem europäischen Ausland komme und demnächst nach UK ziehe. Merkwürdige Zufälle, oder? Wer noch, außer UCAS könnte all diese Daten von mir haben? So ging es weiter und täglich flatterte eine neue Email in meinen Briefkasten mit dubiosen Gewinnspielen oder sogar kriminellen Machenschaften, wie zum Beispiel:

Kriminelle Organisationen schrieben mich an!

„Hallo, mein Name ist xz und ich habe kürzlich 12.000.000 Euro geerbt. Da das Konto in Afrika ist, suche ich eine vertrauensvolle Person, die mir hilft das Geld nach Deutschland zu überweisen. (blablabla). Wenn Sie mir helfen bekommen Sie x Millionen Provision. MfG“. Nachdem ich irgendwann genug davon hatte, schrieb ich UCAS direkt an und verlangte eine Erklärung. Ich habe bis heute keine Antwort.

Vorsicht vor Abzockern – immer und überall!

Was habe ich nun aus der ganzen Geschichte gelernt? Im Internet bist du allein. Vertraue keinem, den du nicht persönlich kennst. Wenn sogar Organisationen, die eigentlich für Bildung und Vertrauen stehen, dich verkaufen, dann kannst du dich auf niemanden mehr verlassen. Klar, auf den ganzen Quatsch sollte eigentlich kaum noch einer drauf reinfallen. Ein böser Nachgeschmack bleibt jedoch.

 

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