Facebook Twitter Gplus RSS
magnify

England in Not – oder: Neues vom englischen Datenschutz

Neulich habe ich schon einmal über merkwürdige Spam-Emails berichtet, die vom englischen Uni-Verteilersystem UCAS ausgehen. Ausgehend von der Tatsache, dass die Briten den Datenschutz wohl nicht so ernst nehmen, habe ich ein paar weitere Merkwürdigkeiten diesbezüglich festgestellt.

Wenn ich wollte, könnte ich jetzt…

…an alle Studenten meiner Universität in England irgendeine Werbebotschaft schicken. Beispielsweise für diesen Blog. (Ok, dafür müsste ich auf englisch schreiben:-;) Warum? Weil ich alle (!) Emailadressen habe. Neulich erreichte mich eine Email von der Universität mit der Bitte einen Fragebogen auszufüllen. Eine ganz normale Uni-Spam-Mail also. Das Lustige daran war: Anstatt eine vernünftige Email-Software zu benutzen, haben sie einfach in die Empfänger-Zeile der Mail alle [b]8.000 Adressen[/b] sämtlicher Studenten eingefügt. Das war erstmal eine herrliche Scrollerei bis ich endlich die eigentliche Botschaft erreicht habe. Ganz nebenbei hat es auch seine Zeit gedauert bis die Mail geladen war. Bei einigen Bekannten hat das Ganze sogar einen Browserabsturz verursacht.

Wiederstand ist zwecklos!

Wenn ich jetzt böse wäre dann würde ich hier an dieser Stelle 8.000 Email-Adressen von internationalen Studenten verkaufen. „Was die wohl wert sind? Hmm…. Um die 100 € bestimmt. Aber verdammt, meine eigene Adresse ist ja auch im Pool. Gut, dann trage ich mich einfach aus dem Verteiler aus und die Sache ist erledigt.“ Als ich meine inneren Monologe beendet hatte, habe ich nach dem Button gesucht, der in deutschen Emails mittlerweile Pflicht ist. Etwas wie: „Newsletter abbestellen“ oder so ähnlich. Aber das einzige, was ich am Ende der Mail gefunden habe, war folgender Satz: „Sie sind Mitglied im automatischen Uni-Email-Verteilersystem. Wenn Sie sich versuchen abzumelden, dann werden Sie innerhalb weniger Minuten wieder automatisch eingetragen.“ Gut zu wissen, dachte ich. Also, Wiederstand ist zwecklos! Aber es gibt noch mehr:

Nicht anonymisierte Beispiel-Mails

In Großbritannien sollte man sich auch dreimal überlegen, was man an seine Professoren schreibt. Neulich im Kurs hat ein Professor eine Beispiel-Mail gezeigt, wie man auf GAR KEINEN FALL zu schreiben hat. Die Email war auch grauenhaft. Mit Fehlern übersät, unhöflich, alles klein geschrieben und ohne Zeilenumbrüche. Das Erschreckende war, dass er die Originalmail aus seinem Outlookordner gezeigt hat. Mit Namen und Email-Adresse. Ich könnte dieser Person jetzt also schreiben und mich über sie lustig machen. Nicht die feine, englische Art, oder?

Viele Grüße an George Orwell

Das waren erstmal wieder die letzten News, aus dem Mutterland der Überwachung. Während ich hier schreibe, muss ich schon wieder an die Kamera im Hauseingang denken. Vielleicht führt irgendjemand Protokoll, wann ich komme und gehe…

Viele Grüße aus England.

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *