Online-Marketing und Online-Marketing in Eventagenturen (Essay)
Im nachfolgenden lesen Sie eine kurze Abhandlung über Online-Marketing
1 Einleitung und Einführung ins Online-Marketing
2 Online-Marketing im Unternehmen
3 Ein Online-Event kreieren
1 Einleitung und Einführung ins Online-Marketing
Webseiten – sie sind in der heutigen Zeit aus modernen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Diese werden schon längst nicht mehr als bloße Unternehmensdarstellung benutzt, sondern beinhalten vielmehr komplexe Shopsysteme sowie moderne Unterhaltungsprogramme.
Zu den Marktteilnehmern, die im Geschäftsverkehr in hohem Maße auf moderne Kommunikationsmittel angewiesen sind, gehört auch die vielfältig aufgestellte Gruppe der Event-Unternehmen, welche sich häufig als Agenturen für den Vertrieb und die Vermittlung branchenspezifischer Dienstleistungen und Waren im Eventbereich beteiligen. Da sie auf eine effektive Aufstellung im Internet angewiesen sind, stellt sich zur Optimierung ihrer Verkaufs- und Vertriebsstrategien die geschäftlich überlebenswichtige Frage, wie eine Eventagentur von diesem Internetboom profitieren kann. Denn die in der Eventbranche angebotenen Produkte lassen sich auf einer Webseite nicht einfach in einem Warenkorb platzieren; auch ist es schwierig, im Internet einen Eindruck von gut inszenierten Events zu vermitteln.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Ausarbeitung und dem Aufzeigen sinnvoller Online-Marketing-Strategien mithilfe einer Webseite, die nicht nur auf die speziellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist sondern sich auch von den anderen Wettbewerbern positiv abhebt, um Marktvorteile zu erlangen. Außerdem wird analysiert in welcher Höhe Investitionen
erforderlich sind, um nicht nur eine gute Internetpräsenz vorweisen zu können, sondern die Seite auch optimiert in den Suchmaschinen auffindbar zu machen.
2 Online-Marketing im Unternehmen
2.1 Definition des Online-Marketings
Unter Online-Marketing, einem Teilgebiet der Kommunikationspolitik, versteht man alle Maßnahmen, die zur Optimierung der eigenen Internetpräsenz und der Steigerung des Bekanntheitsgrades beitragen. Außerdem zählt jegliche Werbung, die im Internet veröffentlicht wird unter das Gebiet des Online-Marketing. Zentrales Merkmal der Onlinekommunikation ist, dass Sender und Empfänger unmittelbar miteinander kommunizieren können. Bei der klassischen Werbung hingegen verläuft die Kommunikation zunächst immer nur einseitig vom Sender zum Empfänger. Während des Internetbooms der letzten zehn Jahre haben die Unternehmen ihre klassischen Marketinginstrumente um das Online-Marketing erweitert. Die Unternehmen haben erkannt, dass sich im Internet durch gezielte Werbestrategien viel Geld verdienen lässt.
Dies hängt nicht zuletzt mit der gestiegenen Internetnutzung zusammen. So verfügten im Jahre 1999 erst 15 % der Deutschen über einen Internetanschluss; im Jahre 2008 waren es schon 65 %. Die Umsätze, die durch die Onlineshops erreicht wurden, stiegen hierzu überproportional von 1 Milliarde Euro im Jahre 1999 auf 20 Milliarden Euro 2008 an.
2.2 Warum Online-Marketing?
Über eine Internetpräsenz verfügt heutzutage fast jedes Unternehmen. Das Spektrum reicht hierbei von einer einzelnen Webseite, wo der Kunde lediglich eine Firmendarstellung finden kann, bis zu Onlineshops, in denen man sogar virtuell beraten werden kann. Ein Problem ist aber vielen dieser Unternehmungen gemeinsam: Sie haben keinen Erfolg! Der Grund hierfür ist oft nicht ein schlechtes Produkt, sondern mangelnde Kenntnis und Erfahrung im Bereich Online-Marketing. Viele gut strukturierte Webseiten werden nicht in den gängigen Suchmaschinen gefunden, so dass auch keine potenziellen Kunden den Weg in diese Portale finden. Auch ein großes Problem ist oft die Benutzer freundlichk eit (Usability) der Homepage. In der heutigen schnelllebigen und Reiz überfluteten Zeit ist es von enormer Bedeutung, dass innerhalb von Sekunden das Auge des Besuchers auf die für ihn relevanten Inhalte gerichtet wird. Ist dies nicht der Fall, verlässt er in der Regel sofort wieder die Webseite und macht sich auf die Suche nac h einem anderen Portal.
Für Online-Marketing gibt es vier Hauptinstrumente, die von 80 % der Unternehmen benutzt werden: Usability, Suchmaschinenoptimierung (SEO), E-Mail-Marketing und Webcontrolling.
2.3 Instrumente des Online-Marketings
2.3.1 Usability
Unter der Usability einer Webseite versteht man die Benutzerfreundlichkeit einer Webseite. Hierbei wird versucht, die Seite so zu gestalten, dass der Besucher die Seite als so angenehm und einfach wie möglich zu bedienen empfindet. Der Mensch zieht einer schwierigen Methode immer automatisch die einfachere Methode vor, sofern er sein gewünschtes Ziel auch mit geringerem Aufwand erreichen kann. Da ein Internetnutzer oft von einer Suchmaschine auf eine Webseite gelangt, hat er noch viele andere Quellen zur Auswahl. Er hat ein Spürsinn entwickelt, mit welchem er oft in weniger als einer Sekunde entscheidet, ob das gefundene Ergebnis für ihn relevant ist. Sollte dies nicht der Fall sein, geht er oft sofort in die Eingabemaske der Suchmaschine zurück.
Es gibt hierbei eine Reihe an Kriterien, die zu beachten sind. Das menschliche Gehirn, versucht aus seinem Erfahrungsbereich immer wieder bestimmte Dinge anderen Dingen zuzuordnen. So ist es wichtig, dass eine Webseite klare Linien und Tabellen aufweist, um das Auge nicht zu verwirren. Es ist darauf zu achten, dass Dinge, die zusammen gehören, auch in der Nähe zueinander stehen und dass Farben und Formen zueinander passen. Auch ist zu beachten, dass die meisten Besucher Weblaien sind, die weder über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, um sich mit den oft auf Englisch bezeichneten Produktnamen zurechtzufinden, noch über ausreichende Computerkenntnisse verfügen, um Informatikbegriffe oder Computerjargon sinnvoll interpretieren zu können.
Durch immer schnellere Internetverbindungen und die rasante technische Entwicklung von Programmen haben Webmaster immer mehr Möglichkeiten, ihre Webseiten m ultimedial auszufüllen, wie es zum Beispiel bei aufwändigen Flashvideos zu sehen ist. Hierbei wird aber oft vernachlässigt, dass dies auf Kosten der Usability geschieht und diejenigen Nutzer, die nur Informationen suchen sehr schnell enttäuscht sind und die Seite wieder verlassen. Auch kann es vorkommen, dass die Webseite zu überladen wirkt, oder, dass den Nutzern schon 10 Sekunden Ladezeit zu viel ist, und die Webseite schnell wieder verlassen wird. Seit einigen Jahren ist der
Trend von multimedialen Webseiten, wie es zur Jahrtausendwende noch üblich war, stark rückläufig. Die Menschen wollen wieder schlicht durch das Web surfen. Wenn aufwändige Videos gewünscht werden, wird dies auch bei den Suchen im Internet bewusst so formuliert.
Internetnutzer haben weder Zeit noch Lust sich durch viele Ebenen einer Webseite durchzuklicken. Eine Internetseite sollte daher im Aufbau so strukturiert sein, dass sämtliche Seiten eines Portals mit so wenigen Klicks wie nur möglich erreicht werden können, um die Kunden nicht sehr schnell wieder zu verlieren. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist hier Amazon, wo der registrierte Kunde mit nur einem Klick etwas bestellen kann. Ein Gegenbeispiel, dass User längst nicht alles anklicken, liefert Google, der eine der weltgrößten Webseiten betreibt und nur zwei wesentliche Buttons hat, auf die der User klicken kann: Zum einen handelt es sich um die “Google-Suche”, die jeder mehrmals täglich benutzt, und zum anderen existiert direkt daneben noch der Button “Auf gut Glück”, welchen über 50 % der Anwender noch nicht einmal kennen.
2.3.2 Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Um im Web gefunden zu werden, dienen die Techniken der SEO zur Optimierung der eigenen Webseiten. Die wichtigsten Suchmaschinen wie Google, Yahoo und MSN benutzen für die Relevanz ihrer Ergebnisse komplexe Algorithmen. Um unter der Fülle der Mitbewerber eine gute Position in den Suchergebnissen zu erreichen, ist sehr viel mehr zu beachten als nur über eine schöne Webpräsenz zu verfügen. Regelmäßig suchen Robots der Suchmaschinen das gesamte Web nach neuen Internetseiten und Aktualisierungen ab. Ob, und wie gut eine Anzeige der Webseite in den Ergebnissen erfolgt, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Einige davon sind:
- Keyworddichte
Wie oft kommen die relevanten Keywords im lesbaren Text der
Webseite vor? Ein guter Wert für die Keyworddichte ist 2-5 %.
Wenn der Wert zu hoch ist, kann sich das negativ auf die Suchma-
schinenbewertung auswirken, da die Seite eventuell als Spamseite
identifiziert wird.
- Verlinkungen
Wie viele Links von anderen Webseiten zeigen auf die eigene Sei-
te? Wie wichtig sind diese Webseiten? Google stellt ein Tool zur
Verfügung, mit welchem man den PageRank (PR) ermitteln kann.
Der PR ist eine Zahl zwischen 0 und 10. Je mehr Verlinkungen von
externen Seiten auf die eigene Präsenz zeigen desto höher steigt
der PR.
- Seriosität der Domain
Je länger eine Webseite schon im Netz ist, desto positiver wirkt sich
das auf die Suchmaschinen aus.
Ein Seriositätsfaktor ist es auch, wenn auf der Domain stetig die In-
halte wachsen. Als Faustregel für ein nicht übertriebenes Wachs-
tum gilt hier: Jeden Tag eine neue Seite.
Die Qualität der externen Verlinkungen fließt auch mit in die Bewer-
tung ein. Dabei wird das Umfeld der eigenen Präsenz abgetastet.
Negativ wirken sich hier zum Beispiel Seiten mit pornografischem
Inhalt aus.
2.3.3 E-Mail-Marketing
E-Mail-Marketing betreiben Unternehmen, um Kunden dauerhaft an ihre Webseite oder ihre Firma zu binden. Ein Newsletter gilt hier als Mittel, um über Neuerungen aufmerksam zu machen, die für den Besteller interessant sein könnten. Hierbei kann es aber schnell zu rechtlichen Problemen kommen, da man die Einverständniserklärung des Bestellers braucht, um ihm eine E-Mail zu schicken. Die sicherste Methode hierbei ist das Double Opt-In Verfahren, in welchem der Kunde einen Link in einer Bestätigungsemail anklicken muss um sich zu verifizieren. Dieses Verfahren sollte vom Unternehmen genauestens dokumentiert werden.
Es gibt verschiedene Wege, Adressen für E-Mail-Marketing zu bekommen. Ein Weg besteht darin Adressen zu mieten. Ein Drittanbieter vermietet dem Unternehmen bereits verifizierte Adressen, die für eine bestimmte Zeit benutzt werden können. Hier kann die Qualität der Adressen stark unterschiedlich sein, da nicht sichergestellt ist, ob die Empfänger sich auch wirklich für das Angebot interessieren. Die beste Adressenqualität ist von Kunden zu erreichen, die sich direkt auf der eigenen Webseite für den Newsletter angemeldet haben. Hier kann der Absender sicher sein, dass der Empfänger sich auch tatsächlich für die Produkte interessiert. Damit der Newsletter nicht schon nach kurzer Zeit für den Leser uninteressant wird, muss überleget werden, welche Informationen oder Neuerungen Interesse wecken könnten. Zum Beispiel kann über kostenlose Tipps oder Tools geschrieben werden, die auf der eigenen Webseite angeboten werden, um den Leser immer wieder zu einem Besuch zu überreden. Kostenlose Angebote bringen immer wieder auch wichtige Sympathiepunkte, und gelten deshalb als werbewirksames Mittel, den Kunden auf die eigene Webseite zu locken, insbesondere wenn dabei das Gefühl vermittelt wird, dass nicht nur verkauft werden soll, sondern auch etwas “gratis” geboten wird. Man sollte den Interessenten das Gefühl vermitteln, als ob er etwas verpassen würde, wenn er die Seite nicht besucht.
2.3.4 Webcontrolling
Um den Erfolg für Online-Marketing bewerten zu können muss, wie bei jeder anderen Unternehmung auch, Controlling betrieben werden. Im Internet ergibt sich gegenüber anderen Geschäftszweigen der Vorteil, dass sehr gute Zahlen zur Verfügung stehen um den Erfolg zu messen. Im Webcontrolling existieren drei wesentliche Stufen zur Auswertung: Die Messung allgemeiner Kennzahlen, die Messung spezieller Kennzahlen und die Erfolgsmessung von E-Mail-Marketing.
- Allgemeine Internetkennzahlen
Jeder kann sich im Web über seine Konkurrenz oder über sämtliche
andere Webseiten kostenlos informieren. Zum Beispiel sind Daten
über den PageRank, den Traffic oder eine regionale Zuordnung der
Besucher zu erhalten. Dazu erforderliche Tools stellt zum Beispiel
Alexa.com zur Verfügung. Hierbei ist aber immer zu beachten, dass
die Daten nicht repräsentativ sind, sondern nur Schätzungen zulas-
sen.
- Kennzahlen der Webseite
Jeder Webserver besitzt Logfiles, mit denen Nutzeranalysen erho-
ben werden können. In diesen Logfiles können alle wichtigen Daten
gelesen werden, welche von Bedeutung dafür sind, um zu sehen
welche Kanäle für die Neukundengewinnung sich als am wirksamsten
erweisen. In diesen Analysen sind unter anderem die Besu-
cherzahlen nach Datum, Herkunft, Verweildauer auf den einzelnen
Seiten, Herkunft und die Suchwörter, mit denen die Besucher auf
die Seite gefunden haben, zu sehen. Mithilfe dieser Zahlen können
Rückschlüsse bezüglich der Umsätze einzelner Produkte oder Pro-
duktgruppen gezogen werden, oder welcher Suchwörter am meis-
ten Traffic erzeugen. Es stehen auch verschiedene Softwareange-
bote zur Verfügung, wodurch diese Analysen für den Anwender
stark vereinfacht werden.
- Kennzahlen im E-Mail-Marketing
Mithilfe spezieller Software, mit welcher der Newsletter auch ver-
schickt werden sollte, können Rückschlüsse auf die Wirksamkeit
des E-Mail-Marketings gezogen werden. Hierbei wird zwischen fol-
genden Faktoren unterschieden: Anzahl versendeter Mails, Anzahl
nicht zustellbarer Mails (Bounce-Mails), Zustellrate, Öffnungsrate,
tatsächliche Leser und Klickrate. Diese Unterscheidungen sind
notwendig, da viele E-Mails schon vor dem Öffnen in den Papier-
korb geschoben werden und auch nach dem Öffnen nicht gewähr-
leistet ist, ob der Empfänger die Mail auch tatsächlich gelesen hat.
Eine gut messbare Kennziffer ist also nur die Klickrate, welche
zeigt, wie oft auf einen in der Mail mitgeschickten Link geklickt wur-
de.
2.4 Online und Offline erfolgreich verknüpfen
Um erfolgreich Online-Marketing zu betreiben reicht es nicht aus, nur über eine für Suchmaschinen gut optimierte Homepage zu verfügen; vielmehr müssen alle drei Vertriebskanäle miteinander verknüpft werden, um einen Wiedererkennungswert bei den Kunden zu schaffen. Als die drei Vertriebskanäle gelten der Onlineshop, der Katalog und das Ladengeschäft. Es gilt hier zu beachten, dass beispielsweise im Ladengeschäft auch auf die Internetseite hingewiesen wird, auf der Internetseite der Katalog bestellt werden kann oder für Produkte aus dem Katalog im Ladengeschäft Hilfestellung gewährt wird. Das Unternehmen sollte auch den eigenen Platz für Werbemittel nutzen, um seinen Namen des Onlineshops zu positionieren, wie z. B. Briefpapier, Kugelschreiber, Kassenbons, Flyer und Feuerzeuge. Auch bietet sich die Möglichkeit, den Kunden beim Kauf eines Produktes auf die Internetseite zu locken, indem mit dem Produkt eine Kleinigkeit online verschenkt wird. Die Firma Kellog´s zum Beispiel hat als Zielgruppe überwiegend Kinder definiert und bietet entsprechend der Zielgruppe ein kleines Onlinespiel an, für das sich in der Packung ein kleiner Code befindet, der dann auf der Webseite eingeben werden muss. Die Produkte von Kellog´s sind eigentlich für das Frühstück gedacht, aber durch das Anbieten des Onlinespiels erreicht die Firma eine werbewirksame Präsenz ihres Firmennamens auch zu anderen Tageszeiten.
3 Online-Marketing in Eventagenturen
3.1 Warum Onlineevents?
Wie bei jedem anderen Event muss auch im Internet eine Zielgruppe definiert werden, bevor mit der Planung eines Onlineportals begonnen werden kann. Eventagenturen benutzen das Internet, um auf ihre Angebote und Fähigkeiten hinzuweisen und um Kunden für reale Events zu gewinnen. Heutzutage können so gut wie alle Dinge des täglichen Lebens online erledigt werden: Mit Freunden kommunizieren, einkaufen, virtuell durch Städte reisen und noch viele weitere Dinge, für welche früher das Haus verlassen werden musste. Das macht das Leben zwar einfacher und bequemer, jedoch entfällt hierbei das haptische Erlebnis, das Erlebnis Dinge wirklich zu fühlen. Dadurch entsteht zurzeit eine Gegenbewegung, in welcher die Konsumenten wieder etwas Live erleben wollen. Viele Menschenarbeiten berufsbedingt oder privat den Großteil des Tages am Computer und nutzen auch wohlwollend die Vorteile, die ihnen dieses Medium bringt. Man schreibt SMS, chattet mit anderen Menschen und kauft mittlerweile fast alles im Internet. Der klassische Einzelhandel wird dadurch nach und nach verschwinden. Dadurch steigt das Bedürfnis nach natürlichen Events, dem Event, an welchem man wieder auf natürlichem Wege Kontakte knüpfen kann und etwas erleben kann. Der Wunsch nach direkter Kommunikation, nach physischem und unmittelbarem Erlebnis, wird die Menschen zu Events treiben.
Bei einem Event sollen nach Möglichkeit alle fünf Sinne angesprochen werden. Im Internet ist nur die Benutzung von zwei Sinnen möglich: Sehen und hören. Da dies dem eigentlichen Sinn eines Events widerspricht, werden die Webseiten der Agenturen so konzipiert, dass den potenziellen Kunden nicht nur die Kompetenzen aufgezeigt werden, sondern, dass die Sehnsüchte nach Erfüllung des haptischen Erlebnisses geweckt werden.
3.2 Konzeption einer Eventwebseite
Die Webseite einer Eventagentur muss anders strukturiert sein, als die eines Warenhauses, in welchem man Produkte kaufen und sich nach Hause liefern lassen kann, ohne physischen Kontakt mit der Firma zu bekommen. Einen Event kann man aber nicht nach Hause geschickt bekommen. Sollen Events online verkauft werden, kann also nicht mit den klassischen Onlineshops gearbeitet werden, vielmehr muss versucht werden, die Leistungen, die dem Kunden offeriert werden können, plastisch darzustellen. Bevor der Auftrag für die neue Eventhomepage an die Informatikagentur zum Programmieren gegeben wird, ist zuerst ein gutes Konzept zu entwickeln – genau wie bei einem richtigen Event. Man muss sich dessen bewusst sein, dass die Agentur nur zum Programmieren der Homepage beauftragt wird, die Ideen aber vom Betreiber selbst kommen müssen. Die Planungsphase muss also frühzeitig mit einem Briefing beginnen, in welchem die Hard- und Softfacts enthalten sind. Mit den Hardfacts werden die Zielgruppe, der Anlass, das Budget und die Leistungen, die erbracht werden müssen, definiert. Zu den Softfacts gehören die Aufgaben, die Ziele, die Einbettung in die Gesamtkommunikation, Lösungsansätze für mögliche Probleme, sowie mögliche externe Hilfestellungen.
3.3 Struktur der Webseite
Erst wenn diese Fragen alle geklärt sind und im Falle von Unklarheiten ein Re-Briefing durchgeführt wurde, beginnt die Gedankenarbeit über die Strukturierung oder das Design. Beim Des ign muss, wie bei allen anderen Aktivitäten, darauf geachtet werden, dass das Corporate Design angenommen wird. Das Firmenlogo muss stimmen und auch die Farben der Firma müssen mit einbezogen werden. Bei der Struktur einer Webseite für eine Eventagentur muss ein Kompromiss zwischen dem Einsatz multimedialer Mittel und der Usability gefunden werden. Auf der einen Seite muss versucht werden, sich von der Konkurrenz abzuheben, indem die Events, welche verkauft werden sollen, so plastisch wie möglich im Internet dargestellt werden; auf der anderen Seite darf die Usability darunter aber nicht leiden. Wird das Portal zu aufwändig gestaltet, kommt es zu einer Überreizung, die dazu führen kann, dass der potentielle Kunde sich nicht wohl fühlt und zu einem anderen Anbieter wechselt. Es muss ein Spannungsbogen erzeugt werden, der Lust auf mehr macht. Zum Beispiel kann durch eine provokante Frage, hinter welcher ein, unter dem Gesichtspunkt der Marketingstrategie, wichtiger Link versteckt ist, den Wohlfühlfaktor mehr steigern, als ein aufwändiges Flas hvideo, dessen Ladezeit mitunter auch noch lange dauert.
3.4 Präsenz im Web 2.0
Unter dem Begriff Web 2.0 versteht man moderne, interaktive Anwendungen im Internet. Der Begriff wurde von Tim O´Reilly 2005 in seinem Bericht “What is Web 2.0?” etabliert. Nach dem Platzen der Dot-Com-Blase im Herbst 2001 gab es einen Wendepunkt im Internet. Dieses wurde für den Nutzer mehr und mehr interaktiver und jeder konnte sich am neuen Internet beteiligen. Man konnte eigene Videos hochladen, selber Blogs schreiben und der Welt seine privaten Dateien zur Ver fügung stellen. Dies alles funktionierte vorher nur über private Homepages und bedurfte Programmierkenntnisse.
Von den vielen Anwendungen bei welchen man Dateien hochladen konnte, haben auch Unternehmen profitiert. Es war nunmehr möglich geworden auch ganze Firmendarstellungen als Video online zu stellen. Viele Unternehmen nutzen das Instrument des viralen Marketings, um sich im Internet selbst darzustellen. Bei vielen Videos, wie sie zum Beispiel bei Youtube zu sehen sind, handelt es sich um Marketingvideos. Das Vorschaubild für ein Video bei Youtube ist immer das Bild, welches genau nach der Hälfte des Videos zu sehen ist. Mit einer spezifischen Auswahl der Videomitte positionieren Unternehmen ihre viralen Marketingvideos auf diesem Portal und erreichen auf diese Weise hohe Klickzahlen.
Auch eine Besonderheit des Web 2.0 ist, dass das Internet nicht mehr nur einseitig funktioniert, das heißt, dass man etwas kauft und keine Rückmeldung der Öffentlichkeit geben kann, wie gut das Produkt war, sondern durch Blogs oder Foren Bewertungen geben kann. Viele Firmen bieten heutzutage schon auf ihrer Webseite ein eigenes Bewertungsforum an, da dies Vertrauen zu den Kunden schafft, auch wenn die Bewertungen nicht immer den Erwartungen entsprechen. Für eine Eventagentur lohnt sich das Web 2.0 insbesondere deshalb, weil über diese Plattformen die Angebote wesentlich effektiver und interaktiver vorgestellt werden können, als nur auf der Firmeneigenen Webseite. So können Videos vom letzen Event ins Internet gestellt werden, ohne den eigenen Server auszulasten oder für jedes Event kann eine Community erstellt werden, in welcher am nächsten Tag über die Qualität diskutiert werden kann. Auch ist es mittlerweile üblich, dass auf größeren Events Fotografen regionaler Partner anwesend sind, die Fotos von den Besuchern schießen und sie am nächsten Tag in das Internet stellen. Durch diese Instrumente wird eine Nachhaltigkeit geschaffen, die früher nicht oder nur beschränkt möglich war. Die Besucher freuen sich darauf, am nächsten Tag Bilder oder Videos der Veranstaltungen zu sehen und prägen sich so dauerhaft den Namen der Agentur oder des Veranstalters ein.
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