Facebook Twitter Gplus RSS
magnify

Arbeitgeber Googlen potentielle Mitarbeiter

Gestern überraschte diese Nachricht viele Anwender von Facebook & Co:

Firmen erschnüffeln Bewerberdaten im Web

Der moderne Arbeitgeber holt sich seine Informationen über potentielle Bewerber aus dem Netz. Bereits jeder vierte Chef sieht sich Hobbys, politische Aussagen oder private Bilder des Kandidaten in den verbreiteten Social Plattformen Facebook, Studivz & Co. an und entscheidet DANACH erst, ob es zu einem Vorstellungsgespräch kommt oder nicht.

Überrascht?

Was gab es gestern für einen Aufschrei in den Medien. Die Meldung, dass Arbeitgeber im Internet tätig sind, hat die üblichen Mal-wieder-ein-Terroranschlag-in-Afganistan-Meldungen überholt und auf der Straße lauschte ich Gesprächen mit Inhaltsfetzen wie „Jetzt muss man vorsichtig sein!“ oder „Eine Unverschämtheit!“. Mit solchen Bewertungen sollte man jedoch aufpassen. Denn Fakt ist, wer seine Fotos von der letzten Feier ins Internet stellt, der muss auch damit rechnen, dass es jemand sieht.

„Das bleibt aber unter uns!“

Diesen Spruch kennt jeder nur zu gut. Klar, jeder hat schon mal irgendetwas Peinliches gemacht, jedoch ist man dann froh, wenn es keiner erfährt. War zumindest früher so. Heute haben viele Partygänger das Bedürfnis eigene Fotos oder Fotos von Freunden am Besten noch in derselben Nacht ins Netz zu stellen. Das Ganze wird dann noch kommentiert mit Untertiteln wie: „Guck mal, wie voll ich war!“ und ab geht´s direkt auf den Monitor des Personalers, wo man sich gerade um seinen Traumjob beworben hat.

Legal oder Illegal?

Jetzt fragt sich natürlich der empörte Bewerber: „Dürfen die das?“ Andersrum sollte er sich aber folgendes Szenario vorstellen: Angenommen er arbeitet in einem Unternehmen im Verkauf und hat gerade wichtige Kundengespräche. Mitten in den Verhandlungen fällt dem Gegenüber plötzlich ein Foto in die Hand, auf welchem der Verkäufer mit nacktem Oberkörper auf dem Tisch tanzt. Das Resultat: Der Kunde springt ab und gibt im schlechtesten Fall noch schlechte Empfehlungen an andere potentielle Kunden. Der Ruf der Firma ist ruiniert und hat hohe Umsatzeinbußen.

Soziale Kompetenzen prüfen

Der genannte Fall ist selbstverständlich nur der Extremfall. Jedoch will sich der Personaler auf den Social Plattformen auch über soziale Kompetenzen ein Bild machen, wie z. B. Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit. Und mal Hand aufs Herz: Strahlt jemand Verantwortungsbewusstsein aus, der beim Camping in einem Bierdosenberg liegt? Natürlich sind all diese Fotos nur aus einem Spaß heraus entstanden und ich will niemandem unterstellen, dass einem diese sozialen Kompetenzen fehlen. Wenn man sich aber in die Lage der Chefs versetzt, dann kann man diese Reaktionen nur sehr gut nachvollziehen. Jeder will natürlich wissen WEM er in Zukunft jeden Monat 2.500 Euro in die Hand drücken muss. Das Web 2.0 macht es den Entscheidern einfach nur ein bisschen leichter zu forschen.

Den Ruf im Internet steuern

Wenn man all diese Dinge weiß, dann kann man natürlich auf der anderen Seite auch versuchen, seinen Ruf im Internet aufzuwerten. Anstatt sich negativ über seinen jetzigen Arbeitgeber zu äußern, kann man Sympathiepunkte sammeln, indem man erzählt, was einem gefällt an der Stelle. Man kann Ziele nennen, die man im Leben hat oder seriöse Fotos einstellen. Natürlich kann es mal passieren, dass ein Freund von einem Freund ein peinliches Foto von einem hochlädt, sei es aus Unbedarftheit oder um einem schaden zu wollen. In diesem Fall sollte man versuchen die betreffende Person zu kontaktieren um das Foto löschen zu lassen. Auch bieten alle Plattformen Funktionen an, um Fotos zu melden, die einem unangenehm sind.

Was sagt der Datenschutz?

Wer hat denn jetzt eigentlich Schuld an der Misere? Der Gesetzgeber? Die Plattformen? Die Arbeitgeber? Die Frage ist eigentlich egal, denn wer nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, weiß in der Regel gar nicht warum. Deshalb sollte sich jeder klarmachen, dass er Spuren hinterlässt wenn er sich im Internet bewegt. Welche das sind und wie sie sich äußern kann jeder Nutzer aktiv steuern.

 

Ein Antwort

  1. Ich persönlich find es gut, dass der Arbeitgeber seine Mitarbeiter sogesagt kennt. Mich persönlich stört es überhaupt nicht wenn mein Arbeitgeber mich Googled

    MfG Oli

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *